Interview: „Viele Apps sollte man ablösen“

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Interview: Soloplan stemmt sich gegen den Trend zur App und bietet mit Carlo Cockpit eine Lösung, mit der grafisch aufbereitete Daten oder Tabellen automatisiert an mobile Endgeräte gesendet werden können. Daniel Rist erläutert die Hintergründe.
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Herr Rist, Anwender der Speditionssoftware CarLo können individuell aufbereitete Geschäftszahlen über ihr Smartphone abrufen – und das ohne spezielle App. Warum dieser Sonderweg?
Daniel Rist: Eine App würde unseren Kunden an dieser Stelle keinen Mehrnutzen schaffen – ganz im Gegenteil. Eine App erfordert ja zunächst ein Herunterladen und installieren, was in vielen Fällen auch noch mit Kosten verbunden ist. Außerdem erfordern die kleinen Programme immer ein großes Vertrauen in den Anbieter – schließlich kann die Software völlig unkontrolliert Daten ausspionieren und weiterleiten.
Und wie funktioniert das bei der Soloplan-Lösung?
Rist: Anwender von CarLo verfügen seit 2011 über das Modul „CarLo Cockpit“. Es dient der Visualisierung logistischer und betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Mit dem Modul lassen sich zum Beispiel aktuelle Daten über die Auslastung des Fuhrparks, die Liquidität, Umsätze oder den Lagerumschlag herausarbeiten und grafisch darstellen. Mit Hilfe der Abo-Funktion können die gewünschten Berichte zu vorher definierten Zeitpunkten – zum Beispiel die wöchentliche Umsatzstatistik am Freitag Vormittag – automatisch erstellt und per E-Mail zugeschickt werden.
Und diese Mail geht dann einfach im Push-Verfahren auf ein Smartphone…
Rist: Denkbar sind alle Geräte, die E-Mails empfangen können oder über einen Browser verfügen. CarLo-Cockpit kann die Daten überdies in vielen verschiedenen Formaten versenden: Besonders geeignet sind hier natürlich PDF- oder Excel-Dateien. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass CarLo-Cockpit nicht zeit- sondern eventbezogen aktiv wird. Das heißt, der Bericht kommt nicht am Montag um 9.00 Uhr, sondern dann, wenn sich bestimmte Kennzahl einem Grenzwert nähern.
Trotzdem kommt die Mail als ein statischer Bericht. Eine App ist dynamischer und liefert auf Knopfdruck jederzeit die neuesten Zahlen…
Rist: Bei CarLo-Cockpit können Sie – wenn Sie das wirklich wollen – sehr enge Zeitintervalle definieren. Ihr Argument führt jedoch zu einem weiteren großen Nachteil von Apps: Diese liefern ihnen ständig neue Momentaufnahmen, die an keiner Stelle gespeichert werden. Die von CarLo-Cockpit gelieferten Berichte bleiben bestehen und bilden eine nachvollziehbare Zeitreihe. Dies kann im Nachhinein sehr wichtig sein, denn aufgrund von Zahlen werden schließlich Entscheidungen gefällt.
Aber die Einrichtung einer solchen Funktion kostet erst mal Zeit. Können Ihre Kunden das selber oder brauchen sie dafür die Hilfe von Soloplan?
Rist: Prinzipiell können sich unsere Kunden mit CarLo-Cockpit die gewünschten Informationen selbst zusammenstellen. Empfehlenswert ist lediglich eine anfängliche Schulung. Masken, Layouts und die angezeigten Informationen können danach auf einfache Weise an die eigenen Anforderungen angepasst und in einem individuellen „Cockpit“ zusammen gestellt werden. Jeder Nutzer kann unter vielen Darstellungsformen wählen und die Grafiken zum Beispiel in Form von Ampeln, Diagrammen, Thermometern oder Pivot-Tabellen anzeigen lassen. Dabei kann ein Cockpit Informationen aus den verschiedensten Themenbereichen von CarLo enthalten. Bei Bedarf steht der Tagesumsatz direkt neben den monatlichen Mautkilometern, so dass der gestalterischen Phantasie keine Grenzen gesetzt werden.
Sind solche Lösungen nicht auch für andere Anwendungen denkbar, die heute üblicherweise mit Apps gelöst werden?
Rist: Rund 20 bis 30 Prozent aller Apps kämen dafür in Frage. Diese Apps haben einen Online-Aspekt, das heißt, sie beziehen Daten von einem entfernten Server. Bei den meisten Apps handelt es sich um lokale Anwendungen, die zum Beispiel aus einem iPhone einen Kompass machen. Solche praktischen Programme haben auch in Zukunft ihre Berechtigung, zumal von ihnen auch keine Gefahr ausgeht.
Wie kommt es, dass es trotzdem so viele Apps mit Online-Aspekt gib?
Rist: Das hängt mit der technischen Entwicklung zusammen. Vor ein paar Jahren gab es noch keine Smartphones, die über einen Browser oder einen Adobe-Reader verfügten. Dementsprechend waren erst wenige Websites für die Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert. Vor diesem Hintergrund waren Apps oftmals die beste Lösung. Heute ist dies anders. Viele Apps mit Online-Aspekt sollte man deshalb vielleicht besser durch eine Push-Lösung ablösen.
Herr Rist, vielen Dank für das Gespräch!
Abdruck honorarfrei. Belegexemplar erbeten.
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